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Folgende Themen gelten als Multiplikatoren mitten hinein in den Diabetes Typ2:
  1. Adipositas - Übergewicht
  2. Bewegungsmangel
  3. unausgewogene Ernährung mit Vorliebe für eine kohlenhydratreiche Lebensmittel
  4. Schlafdefizit
  5. Alkoholmissbrauch
  6. Erblichkeit

Diabetes einfach erklärt

Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, deren gemeinsamer Befund ein chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel ist.
Diabetes ist eine der ältesten bekannten Krankheiten. Er wurde schon in der Antike in einem ägyptischen Papyrus beschrieben. Weil der Urin der Kranken durch den ausgeschiedenen Zucker süßlich schmeckte, wurde sie als "honigsüßer Durchfluss" bezeichnet – auf lateinisch "Diabetes mellitus".

Die verschiedenen Diabetesformen können unterschiedliche Organe, wie z.B. Niere, Auge, Herz und Fuß, schädigen.

Diabetes wird anhand von Blutzuckermessungen (nüchtern oder nach Mahlzeiten), Zuckerbelastungstests oder der Bestimmung des „Zuckerlangzeitwerts“ HbA1c diagnostiziert. HbA1c-Werte werden verwendet, um den durchschnittlichen Zuckergehalt im Blut von Diabetikern zu ermitteln.

Was ist Blutzucker

Glukose ist ein wichtiger Energielieferant für die Körperzellen, insbesondere für das Gehirn und die Nervenzellen. Glukose ist ein sogenannter Einfachzucker. Daher gelangt Glukose sehr schnell, ohne zuvor von Verdauungsenzymen aufgespalten zu werden, durch die Darmwand ins Blut. Dafür, dass Glukose in die Zellen gelangt, ist das in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildete Hormon Insulin notwendig. Insulin hält den Blutzuckerspiegel in engen Grenzen konstant. Wenn wir etwas essen, gelangt plötzlich viel Zucker ins Blut. Insulin ist das einzige Hormon, das unseren Blutzuckerspiegel senken kann. Unser Körper schüttet es nach einer Mahlzeit bei einem hohen Blutzuckerspiegel aus, sodass sich der Blutzucker schnell wieder normalisiert. Umgekehrt drosselt er die Insulinausschüttung zwischen den Mahlzeiten oder bei körperlicher Belastung. Diese fein abgestimmte Regulation ist bei Diabetes gestört.

HbA1c ist das "Blutzuckergedächtnis"

HbA1c ist eine Unterform des Hämoglobins (Hb) von Erwachsenen (Adults) und wird HbA abgekürzt.

Als HbA1c bezeichnet man Hämoglobin, an das sich ein Molekül Zucker (Glukose) angelagert hat.

Das Hämoglobin ist ein Proteinkomplexder roten Blutkörperchen, der Erythrozyten, bestehend aus dem Farbstoff Häm (verleiht Blut seine rote Farbe) und dem Eiweißanteil Globin. Da es dem Blut seine rote Farbe verleiht, wird es auch als roter Blutfarbstoff bezeichnet.

Die Aufgabe des Hämoglobins ist der Transport von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid von der Lunge zu den Organen im Blut.
Glykiertes, also „verzuckertes“ Hämoglobin, erhält in der Namensgebung den Zusatz 1 (HbA1).
Der größte Teil dieser Zuckeranlagerungen hängt an einer bestimmten Untereinheit des Hämoglobins – das wird durch den Zusatz c ausgedrückt (HbA1c).
Übersicht Blutzuckerwerte Nicht-Diabetiker und Diabetiker-Stadien

  Einheit kein Diabtiker früh Diabetes Diabetiker gut eingestellt Diabetiker mäßig eingestellt Diabetiker schlecht eingestellt
(präprandialer)
nüchtern Blutzucker (BZ)
in mg/dl 65 - 100 100 - 125 90 - 145
(>126 = Diabetes)
> 145 > 162
hbA1c in % < 5,7 5,7 - 6,4 6,4 - 7,5 7,5 - 9,0 > 9,0
postprandialer BZ
(1 bis 2h nach einer Mahlzeit)
in mg/dl 80 - 140 80 - 140 90 - 180 180-250 > 250
nächtlicher BZ in mg/dl 65 - 100 80 - 140 90 - 180 180 - 250 > 250
Hypoglykämie (Unterzuckerung) in mg/dl   < 50 < 50 < 50 < 50
Hyperglykämie (Überzuckerung) in mg/dl   80 - 200 (Nierenschwellwert), γ 200 Überzuckerung > 300 bedenkliche Überzuckerung > 400 bedrohliche Überzuckerung > 600 – 1000 lebensgefährliche Überzuckerung

Diabetes wird in 4 Typen unterteilt:

Diabetes kann verschiedene Ursachen haben. Dem entsprechend werden folgende Diabetes-Typen unterschieden:

  1. Typ1: Insulinmangel infolge einer Zerstörung der Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse
  2. Typ2: Die Körperzellen sprechen nicht mehr ausreichend auf Insulin an (Insulinresistenz). Typ2 stellt die die am weitesten verbreitete Diabetes-Erkrankung dar und tritt bei Erwachsenen auf, umgangssprachlich als Altersdiabetes bezeichnet
  3. Typ3: Beim MODY („Maturity Onset Diabetes of the Young“) handelt es sich um einen Typ2, der bereits bei Kindern und Jugendlichen bzw. bei jüngeren Erwachsenen auftritt und der vererbt wird
  4. Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes): Tritt erstmals während einer Schwangerschaft auf. Auch wenn diese Form des Diabetes häufig nach der Geburt des Kindes verschwindet, haben betroffene Frauen langfristig ein höheres Risiko an Diabetes zu erkranken

Die üblichen 4 Stufen der TYp2-Behandlung

Zur Diabetes-Behandlung gehört die Verlaufskontrolle, das heißt die regelmäßige Kontrolle von

Diabetes-Stufentherapiestufen

Die Diabetes-Behandlung setzt sich, je nach Schweregrad und Krankheitsentwicklung, aus verschiedenen Stufen zusammen. Oberstes Ziel der Diabetes-Behandlung ist eine stabile, nachhaltige Normalisierung der Blutzuckerwerte. Die Diagnose "Diabetes Typ2" bedeutet nicht automatisch die sofortige Einnahme von Medikamenten. Zunächst wird versucht, mit Hilfe einer Ernährungsumstellung und einem Bewegungsprogramm das Senken von:
Bluthochdruck
erhöhter Blutfettwerte
der Blutzuckerwerte und
anderer Risikofaktoren nachhaltig zu erzielen
Diese Maßnahmen werden unter dem Begriff "Basistherapie" des Diabetes Typ2 zusammengefasst.

Stufe 1 (Basistherapie, gilt zusätzlich auch für alle weiteren Therapiestufen)

In den frühen Phasen kann diese Stoffwechselerkrankung durch eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung behandelt werden. Erstes Ziel ist es, den Blutzuckerspiegel vor allem durch Lebensstiländerungen zu senken. Im Vordergrund steht der Abbau von übergewicht durch fettarme, ballaststoffreiche Ernährung und vermehrte körperliche Aktivität. Dies ist jedoch häufig extrem schwierig. Es sollte jedoch versucht werden, das Körpergewicht um 5 bis 10% zu senken. Hierzu gehören:

Stufe 2 (Orale Antidiabetika)

Erst wenn es über gesteigerte körperliche Aktivität und gesündere Ernährung während mehrerer Monate (max. 3 bis 6 Monate) nicht gelingt, die Blutzuckerwerte durch Lebensstiländerungen zu verringern, kommen Diabetes-Medikamente zum Einsatz. Dazu zählen Diabetes-Medikamente in Tablettenform (orale Therapie). Meist wird dabei zuerst die Substanz Metformin gegeben. Die Therapie mit oralen Antidiabetika – um - um die Zuckerverwertung im Körper bzw. die Insulinausschüttung verbessern – ist bei Diabetes Typ 2 nur dann möglich, wenn die körpereigene Insulinproduktion noch funktioniert.
Bei oralen Antidiabetika gibt es unterschiedliche Wirkprinzipien:

Als Beispiel führe ich hier nur Metformin an

Metformin Das Mittel der ersten Wahl, vor allem bei übergewichtigen Typ 2 Diabetikern, ist der Wirkstoff Metformin. Dieser wird zur besseren Verträglichkeit nach den Mahlzeiten eingenommen. Die Behandlung wird meist mit niedrigeren Dosen begonnen und dann im Abstand von einigen Tagen erhöht. Dadurch wird das Risiko von Nebenwirkungen, wie Appetitlosigkeit, metallischer Geschmack, Magendruck, übelkeit, Blähungen oder auch Durchfällen reduziert. Nicht angewendet werden darf Metformin bei eingeschränkter Nierenfunktion, Leberschäden oder Herzschwäche.

Stufe 3 (Kombination zweier oraler Antidiabetika oder lnsulintherapie)

Lässt sich mit einem oralen Antidiabetikum der HbA1c-Wert innerhalb von 3-6 Monaten nicht normalisieren, folgt Stufe 3: Es werden verschiedene Medikamente miteinander kombiniert, um eine hinreichende Blutzuckersenkung zu erreichen. Dabei empfehlen sich Substanzen, deren Wirkungen sich gegenseitig ergänzen. In der Regel wird dabei Metformin als Kombinationspartner beibehalten und zusammen mit einem anderen oralen Antidiabetikum einer anderen Substanzklasse verabreicht.

Stufe 4 (intensivierte Insulin- und Kombinationstherapieform)

Kann auch mithilfe der Therapie der dritten Stufe der HbA1c-Wert nicht abgesenkt werden, wird in Stufe 4 eine intensivierte Insulin- und Kombinationstherapieform eingeleitet. Das bedeutet, dass Insulin der Eckpfeiler der Therapie ist und verschiedenen Insuline, eventuell in Kombination mit anderen Antidiabetika verabreicht werden. Die Insulingabe wird dabei in zwei Komponenten aufgeteilt: Einmal ein unabhängig von den Mahlzeiten verabreichtes Insulin sowie ein zusätzlich mahlzeitenabhängig verabreichtes Insulin

Folgeschäden & Schicksale

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Diabetes und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind eng miteinander verbunden.
Bei Diabetikern Typ2 kann schon Jahre vor der Diagnose eine Fettstoffwechselstörung und häufig auch ein erhöhter Blutdruck vorliegen. Mit dem erhöhten Blutzucker bilden diese Veränderungen die Grundlage für eine aggressiv fortschreitende Gefäßverkalkung. Somit kann ein über Jahre schlecht behandelter oder nicht behandelter Diabetes zu Schäden an der Netzhaut, den Nieren und den Nerven ebenso wie zu Gefäßverengungen oder Verschlüssen an großen Gefäßen führen, die dann in weiterer Folge Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen:

in Österreich erkrankt alle 25 Minuten ein Mensch an Diabetes und alle 50 Minuten stirbt ein Patient an den Folgen des Diabetes.

Jedes Jahr

Ein globales Gesundheitsproblem mit enormen sozioökonomischen Auswirkungen

Der Anstieg der Zahl der Menschen mit Diabetes Typ2 wird durch ein komplexes Zusammenspiel sozioökonomischer, demografischer und ökologischer Faktoren wie Urbanisierung, alternde Bevölkerung, sinkende körperliche Aktivitäten und zunehmendes übergewicht gefördert. Weltweit leidet aktuell zirka jeder zehnte Erwachsene an Diabetes:

Bleibt Diabetes unentdeckt, besteht bei Menschen mit Diabetes das Risiko schwerer und lebensbedrohlicher Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Erblindung und Amputation der Füße. Dies führt neben einer geringeren Lebensqualität, -sowie Lebenserwartung und höheren Gesundheitskosten auch zu einer übermäßigen Belastung der Familienangehörigen.

Ein Problem mit Nahrung

Diabetes ist eine Krankheit, die die Fähigkeit Deines Körpers Nahrung effizient zu nutzen, beeinträchtigt. Das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, hilft dem Körper Nahrung in Energie umzuwandeln. Diabetes tritt auf, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist: entweder Deine Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr, oder Dein Körper kann das produzierte Insulin nicht richtig nutzen. Um zu verstehen, warum Insulin wichtig ist, ist es hilfreich mehr darüber zu wissen, wie Nahrung zur Energiegewinnung genutzt wird.

  1. Dein Körper besteht aus Millionen von Zellen. Zur Energiegewinnung brauchen diese Zellen Nahrung in einer sehr einfachen Form
  2. Ein Großteil der Nahrungsmittel, die Du zu Dir nimmst, wird in einen Einfachzucker, Glucose genannt, aufgespaltet
  3. Glucose liefert die Energie, die Du für die täglichen Aktivitäten benötigst
  4. Wenn Du etwas isst, gibt Deine Bauchspeicheldrüse Insulin in den Blutkreislauf ab, um bei der Aufspaltung und Absorption von Glucose, Fettsäuren und Aminosäuren zu helfen
  5. Wenn Deine Bauchspeicheldrüse kein Insulin produziert, oder wenn Dein Körper es nicht richtig nutzen kann, können die Nahrungsmittel, die Du zu Dir nimmst, nicht verstoffwechselt werden
  6. Wenn Du Insulin produzierst, aber Dein Körper nicht darauf reagiert, wird das daraus resultierende Ergebnis Insulin-Resistenz genannt. Dies ist allgemein verbreitet bei vielen übergewichtigen Personen, wenn der Körper zu altern beginnt. Sie müssen mehr und mehr Insulin produzieren mit immer geringerer Wirkung. Schließlich sammelt sich die überschüssige Glukose im Blut, anstatt sie zur Energiegewinnung zu nutzen oder sie als Fett zu speichern. Deshalb haben Diabetiker einen hohen Blutzuckerspiegel

Menschen haben richtig und gesund essen verlernt

In der Vergangenheit wurde der Diabetes Typ2 gerne auch als "Alterszucker" bezeichnet. Tatsächlich erkranken in erster Linie ältere Menschen daran. Immer häufiger stellen Ärzte die Krankheit auch bei Kindern und Jugendlichen fest. In den USA haben etwa ein Viertel der Jugendlichen Diabetes oder eine Vorstufe davon. Die Bezeichnung "Alterszucker" ist also längst nicht mehr korrekt. Eines von sechs lebendgeborenen Babys ist während der Schwangerschaft von Hyperglykämie (Hyperglperglykämie „Hyper“ = „in übertriebenem Maß, Glykämie = Zuckergehalt des Blutes) betroffen. Immer mehr Menschen in jungen Jahren sind stark übergewichtig und bewegen sich nur wenig – beides gilt als die Hauptursache von Diabetes Typ2. Denn viele Menschen geben sich aufgrund des reichlichen Angebots an Lebensmitteln der falschen Illusion hin, dass sie – egal, was sie essen – eine ausreichende Nährstoffversorgung hätten. Kein Lebensmittel enthält alle wichtigen Nährstoffe, daher ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung wichtig.

Stoffwechsel im Körper verstehen

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich durch chronisch erhöhte Blutzuckerwerte darstellt

  1. Damit der menschliche Körper seine Aufgaben – w wie etwa Herzschlag, Atmung, Körpertemperatur, Verdauung, Gehirntätigkeit und körperliche Aktivität – e erfüllen kann, benötigt er Energie. Die Energie wird Großteils aus pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln gewonnen
  2. In den Nährstoffen ist die ursprüngliche Energiequelle jedes Lebens – die Sonnenstrahlung – in umgewandelter Form chemisch gespeichert
  3. Kohlenhydrate (Zucker und Stärke), Fette und Proteine (Eiweiß) sind die Hauptlieferanten für Nährstoffe (also wenn ich mich recht erinnere, sind Nährstoffe „eigene“ Gestalten und werden nicht durch Fette und Co geliefert – täusche mich aber auch gerne) aus denen unser Körper Energie-, Aufbau- und Informationsstoffe bezieht. Um diese zu nutzen, muss der Körper zuerst aus den Nährstoffen diese Energie wieder freisetzen und dann in muskuläre Bewegung umwandeln
  4. Stoffwechsel und Verdauung sind nicht dasselbe. Der Stoffwechsel – auch Metabolismus genannt – ist die Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge und Funktionen unseres Körpers und beschreibt den Prozess, der nach der Verdauung und dem Transport der Nährstoffe über den Blutkreislauf in den Zellen passiert: Beim Stoffwechsel zerlegt der Körper Stoffe (Katabolismus) und setzt die Bestandteile neu zusammen (Anabolismus). Stoffwechsel beschreibt biochemische Vorgänge um die Bestandteile der zugeführten Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente in den Zellen umzubauen. Enzyme treiben den Stoffwechsel an. Der Stoffwechsel lässt sich durch Ernährung und körperliche Aktivität beeinflussen
  5. Die Verdauung ist die Voraussetzung für den Stoffwechsel. Beim Stoffwechsel können Fehler entstehen. Beispielsweise, dass sich die Bestandteile nicht richtig abbauen lassen, weil dafür wichtige Enzyme (Proteine, die chemische Reaktionen im Organismus steuern) fehlen oder Defekte aufweisen

Ein gesunder Darm ist der Schlüssel für Ihr körperliches und psychisches Wohlbefinden Man muss sich nicht um die natürlichen Zusammenhänge kümmern, es gibt ja schließlich tolle Medikamente, ist die heutige breit etablierte Denkweise: Gut für die, die Medikamente herstellen und verkaufen. Der Tod liegt im Darm“ wusste bereits 300 v. Chr. Hippokrates: Egal ob europäische (Natur-)Heilkunde, Ayurveda, tibetische oder chinesische Medizin, alle betonten schon immer die Wichtigkeit des Darms. Ökosystems Darm: Wir haben quasi ein „zweites Gehirn“ – und es befindet sich im Darm. Darm gut, alles gut - Gesundheit beginnt im Darm. Trotzdem wird das größte Organ des Menschen bis heute von vielen tabuisiert . Ein gesunder Darm sorgt für viel mehr als nur eine gute Verdauung.

Durch Nahrungsmittel hervorgerufene Erkrankungen:

Der Darm spielt wegen der großen Anzahl an Mikroorganismen eine bedeutsame Rolle für unser Wohlbefinden und Gesundheit. Empfehlenswert ist hierzu das Buch „Darm mit Charme“ von Guila Enders. Sie beschreibt anschaulich den Darm als ein fabelhaftes Wesen voller Sensibilität, Verantwortung und Leistungsbereitschaft.

Fakten rund um Deinen Darm:

Verdauung im Körper verstehenverdauung

  1. Das Verdauungssystem ist, wie gerade erwähnt, das größte System des menschlichen Organismus
  2. Die Verdauung beginnt im Mund, die Nahrung wird zerkleinert und führt dann über die Speiseröhre in den Magen (1)
  3. Der Speisebrei wird mit dem Magensaft vermengt, der durch die Drüsen der Magenschleimhaut gebildet wird. Ein Anteil des Magensaftes ist die Magensäure, die die Bakterien und Keime abtötet und mit Hilfe der enthaltenen Enzyme die Nahrung zersetzt. Das Enzym Pepsin spaltet Proteine auf und die Eiweiße werden auf diese Weise vorverdaut, damit der Darm die Eiweiße später besser aufnehmen kann
  4. Zwischen Magenausgang und Dickdarmeingang befindet sich der Dünndarm. Der Dünndarm (2) hat eine Länge von 5 bis 6 Metern. Ausgekleidet ist der Innenraum des Dünndarms mit einer Schleimschicht und auf der Oberfläche befinden sich die sogenannten Zotten, die die Oberfläche des Dünndarms auf bis 500 Quadratmeter vergrößern
  5. Der Dünndarm teilt sich auf in Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm: Der Zwölffingerdarm (3) ist etwa 30 cm lang und in ihn münden die Verdauungsdrüsen: Leber (4), Galle (5), Bauchspeicheldrüse (6). Im Dünndarm findet der größte Teil der Verdauung statt. Beginnend im Zwölffingerdarm, in dem die Bauchspeicheldrüse über den Tag verteilt einen Liter Verdauungssaft abgibt. Dieser sogenannte Bauchspeichel hebt auch die Wirkung der in der Magensäure enthaltenen Salzsäure auf
  6. Darüber hinaus werden in der Bauchspeicheldrüse wichtige Enzyme hergestellt, die für den Abbau von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten zuständig sind. D,as Bauchspeichelenzym Lipase spaltet zum Beispiel Glycerin und Fettsäuren
  7. Die Bauchspeicheldrüse hat direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, denn in ihr werden die Stoffwechselhormone produziert. Das sind Insulin und Glukagon
  8. Insulin ist für die Senkung des Blutzuckers verantwortlich, wohingegen Glukagon den Blutzucker anhebt – jeweils abhängig davon, was der Körper benötigt. Durch die Enzyme der Bauchspeicheldrüse wird der Doppelzucker, der aus Stärke gewonnen wurde, zu Traubenzucker aufgespalten. Die bereits teilweise zerlegten Proteine werden nun in Aminosäuren umgewandelt
  9. Funktioniert die Bauchspeicheldrüse nicht richtig, kann Diabetes eine der Folgeerkrankungen sein
  10. über die Zotten gelangen die Nährstoffe in die Blutbahnen (Traubenzucker und Aminosäuren) und in das Lymphsystem? Lymphe (Glycerin und Fettsäuren)
  11. Die Pfortader sammelt das Blut aus den Verdauungsorganen (Magen, Teilen des Darms, Bauchspeicheldrüse und Milz) und leitet es zur Leber. So gelangen Nährstoffe, Abbauprodukten (z. B. Bilirubin), Medikamente und auch Gifte in die Leber
  12. Die Leber ist eines der größten Organe des Körpers mit vielen für den Stoffwechselprozess wichtigen Funktionen. Sie wandelt Nährstoffe aus der Nahrung in für den Körper brauchbare Stoffe um, speichert sie und gibt sie bei Bedarf an die Zellen ab. Außerdem nimmt sie Giftstoffe auf, wandelt sie in ungiftige Stoffe um oder sorgt dafür, dass sie ausgeschieden werden. Beim Fettstoffwechsel bauen die Leberzellen Fette ab und erzeugen damit Energie
  13. An der Unterseite der Leber befindet sich in einer Mulde die Gallenblase, die Gallenflüssigkeit speichert
  14. In der Leber werden die Substanzen verarbeitet, gespeichert, umgebaut, entgiftet, an das Blut abgegeben oder über den Darm ausgeschieden. Die Leber kann auf diesem Weg zum Beispiel Blut von Alkohol entgiften
  15. Die Zuckermoleküle Galaktose und Fruktose werden in der Leber in Glukose (Traubenzucker) umgewandelt. Kohlenhydrate werden zu Einfachzuckern, Eiweiße zu Aminosäuren, Fette zu Fettsäuren und Glyceriden abgebaut
  16. Beim Kohlenhydratstoffwechsel sorgt unter anderem die Leber dafür, dass der Zuckerspiegel im Blut (Blutglukose) konstant bleibt. Steigt der Zuckerspiegel im Blut, beispielsweise nach einer Mahlzeit, nimmt die Leber den Zucker über die Pfortader auf und speichert ihn als Glykogen. Soll der Blutzuckerspiegel erhöht werden, baut die Leber Glykogen ab und gibt den Zucker an das Blut ab
  17. In der Leber wird täglich etwa 600 ml Galle produziert. Galle wird im Darm zur Verdauung von Fetten und zur Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen benötigt. überschüssige Gallenflüssigkeit kann in der am unteren Teil der Leber befindlichen Gallenblase gespeichert werden
  18. Galle besteht zum größten Teil aus Wasser. Darüber hinaus sind in ihr Gallensäure, Phospholipide, Cholesterin, Eiweiße und Gallenfarbstoffe enthalten. über den großen Gallengang ist die Leber mit dem Zwölffingerdarm verbunden
  19. Störungen der Galle machen sich meist durch Gallensteine bemerkbar – die Gallenflüssigkeit verklumpt, weil zu viel Cholesterin enthalten ist, es wird nicht ausreichend Galle produziert, so dass das Fett nicht abgebaut werden kann
  20. Nicht sofort verbrauchte Glukose wird als Glykogen in den Muskelzellen gespeichert, während Fett in den Unterhautfettspeichern deponiert wird. Diese Depots werden bei Bedarf abgebaut
  21. Langfristig wird jede nicht verbrauchte Nahrungsenergie als Fett abgespeichert
  22. Der Dickdarm (7) ist etwa 5 bis 8 cm Durchmesser breit und etwa 1,5 Meter lang und liegt um den Dünndarm herum
  23. Hauptaufgabe des Dickdarms ist es, der Nahrung das Wasser zu entziehen (etwa 9 Liter täglich). Dieses und die darin enthaltenen restlichen Nährstoffe, gibt er direkt an das Blut ab. Darüber hinaus ist der Dickdarm Sitz von Millionen von Bakterien. Diese bauen die Zellulose aus pflanzlicher Nahrung und unverdauliche Produkte ab. Die Bakterien haben darüber hinaus die Aufgabe, giftige Stoffe und Krankheitserreger abzutöten und aus dem Körper auszuleiten. Daher ist auch der Großteil des Immunsystems durch den Darm gesteuert. An der Stelle, an der der Dünndarm in den Dickdarm übergeht, befindet sich auch der Blinddarm
  24. Der Enddarm (8) entzieht dem Speisebrei die restliche Flüssigkeit

Wie lange dauert die Verdauung? Das hängt entscheidend davon ab, was man gegessen hat.

  1. Im Magen bleibt die Nahrung zwischen einer bis drei Stunden
  2. Im Dünndarm zwischen sieben bis neun Stunden
  3. Im Dickdarm ca. 25 bis 30 Stunden
  4. Im Mastdarm noch einmal 25 bis 110 Stunden

Diabetes in Österreich

  1. rund 410.000 Erkrankungen an Diabetes sind ärztlich festgestellt und täglich werden rund 100 Fälle neu diagnostiziert
  2. die Dunkelziffer der Menschen, die noch nicht wissen, dass sie an Diabetes und Prä-Diabetes erkrankt sind, wird auf 230.000 geschätzt
  3. Also leiden aktuell 640.000 Menschen in Österreich an Diabetes und die Prognosen für 2030 sagt eine Steigerung auf 710.000 Erkrankungen voraus
  4. 90% der Diabetiker sind auch in Österreich Type2
  5. 50% der Type 2 Diagnosen erhalten blutzuckersenkende Tabletten
  6. 25% erhalten eine Insulintherapie
  7. 60% der Betroffenen sind im erwerbsfähigen Alter, 70% der Betroffenen leben im urbanen Umfeld
  8. Jeden Tag gibt es fast 110 Neuerkrankungen
  9. Ein Diabetes Typ2 entwickelt sich meist im Alter von ü̈ber 40 Jahren, die Erkrankungshäufigkeit nimmt nach dem 60. Lebensjahr deutlich zu
  10. Österreich liegt sowohl in Europa als auch weltweit im Mittelfeld
  11. 50–60% aller Österreicherinnen und Österreicher sind zumindest übergewichtig. Dieser Anteil steigt jährlich
  12. 30.000 Menschen in Österreich leiden an einem Typ-1-Diabetes, davon etwa 3.000 Kinder und Jugendliche. Bei Menschen mit niedrigem Sozialstatus und schlechter Bildung steigt die Gefahr, an Diabetes Typ 2 zu erkranken
  13. 21% aller Todesfälle sind auf Diabetes zurückzuführen, davon 16 Prozent auf Diabetes Typ2
  14. Die Gesundheitskosten eines Menschen mit Diabetes mellitus liegen je nach Vorhandensein von Folgekrankheiten um 30–400 % über jenen eines Nichtdiabetikers. Die Gesundheitskosten des Diabetes und seiner Folgekrankheiten werden in Österreich auf 4,8 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt. Für 2030 lassen sich daher auf Basis aktueller Zahlen und Trends Kosten von mehr als 8 Mrd. Euro prognostizieren
  15. In Mitteleuropa betrug die Kostensteigerung seit 2000 inflationsbereinigt 28 %
  16. 50% der Diabetiker Typ2 könnten ohne Medikamente gut behandelt werden im Sinne einer Lebensstilveränderung mit Reduktion des Bauchumfanges (LDL-Cholesterinwerte) und regelmäßiger Bewegungen
  17. Knapp die Hälfte der Diabetiker Typ2 erhalten blutzuckersenkende Tabletten
  18. Ca. 25% der Diabetiker Typ2 werden mit Insulin behandelt, sei es als kombinierte Therapie mit Tabletten, konventionelle Zweispritzentherapie oder intensivierte Insulintherapie

Österreich bei Diabetes-Toten deutlich über EU-Durchschnitt

In Österreich sterben deutlich mehr Menschen an Diabetes als im Durchschnitt der EU. Während in der Union zuletzt (2016) 22 Personen je 100.000 Einwohner der "Zuckerkrankheit" erlagen, so waren es im Österreich-Durchschnitt 39,76. Kein österreichisches Bundesland unterbietet den EU-Schnitt. Die Bundesländer Burgenland (54,01) und Niederösterreich (46,11) gehören laut den neuesten Eurostat sogar zu den negativen Spitzenreitern nach Regionen. Auffallend ist ein starkes Ost-West-Gefälle. Am nächsten dran am EU-Durchschnitt sind die Vorarlberger, hier starben 26,81 Menschen je 100.000 Einwohner wegen Diabetes. Dahinter folgen Salzburg (27,18), Tirol (27,56), Oberösterreich (37,35), Kärnten (41,36), Steiermark (41,53) und Wien (41,61).
(Quellenangabe Eurostat, 14/11/2019)

Hoffnung

Eine Therapie mit umfassender Lebensstiländerungen kann den Verlauf von Diabetes Typ2 günstig beeinflussen und eine Remission (dauerhafte Nachlassen von Krankheitssymptomen körperlicher bzw. psychischer Natur jedoch ohne Erreichen der Genesung) bewirken.

Das bedeutet Diabetes Typ2 ist eigentlich heilbar! Doch die Rückfallgefahr ist hoch!
Die Medizin geht derzeit davon aus, dass ein langfristiger Diabetes Typ2 die Betazellen der Bauchspeicheldrüse dauerhaft zerstört und die Diabetes-Erkrankung irreversibel wird.
Jedoch in der frühen Phase (< 6 Jahre) scheint die metabolische Erkrankung sich rückgängig machen zu lassen. Unter Umständen können schon Lebensstiländerungen(Ernährung, Fittness und persönliche Konsequenz) ausreichen, die Blutzuckerwerte wieder deutlich zu senken.

Eine Remission kann vollständig oder auch nur teilweise erfolgen. In letzterem Fall bessern sich die Symptome nur, verschwinden aber nicht.

DiRECT - Studie
Die Ergebnisse der Diabetes Remission Clinical Trial (DiRECT) Studie der Universitäten Newcastle & Glasgow könnten die Behandlung des Typ-2-Diabetes revolutionieren: Mit langfristigem konsequenten Gewichts-und Bewegungsmanagement lässt sich ein Typ-2-Diabetes weghungern...
... doch die Rückfallgefahr Ist hoch. Die Studie zeigte der Hälfte gelang es, ihre Blutglukosewerte wieder zu normalisieren und auf Medikamente zu verzichten. Bei Patienten, die mehr als 15 Kilogramm verloren, konnten 85% der Personen konnten im ersten Jahr eine Remission erzielen, nach 3 Jahren waren es nur mehr 15% ....